Wissen­schafts­lek­to­rat

Allge­mein gilt, dass wissen­schaft­li­che Texte in sach­li­chem Stil gehal­ten sein sollen. Doch auch hier kommt es auf die einzel­ne Diszi­plin an. Beson­ders bei Texten aus den Geistes‑, teil­wei­se auch bei solchen aus den Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, verfü­gen Autorin und Autor über einen erheb­li­chen Ermes­sens­spiel­raum hinsicht­lich der stili­sti­schen Gestal­tung ihrer Schrift. Der Respekt gegen­über dieser ganz eige­nen Hand­schrift der Verfas­sen­den gehört eben­so zum Hand­werk des Lekto­rie­rens wie das grund­le­gen­de Korri­gie­ren von Fehlern in Ortho­gra­fie, Gram­ma­tik und Interpunktion.

Die zentra­le Aufga­be des Wissen­schafts­lek­to­rats – im Unter­schied zu den Lekto­ra­ten ande­rer Text­sor­ten – besteht jedoch darin zu prüfen, ob der Text sprach­lich auf der Höhe der Komple­xi­tät des behan­del­ten Gegen­stan­des und der jewei­li­gen Argu­men­ta­ti­on ist. Aus diesem Grund ist ein reines Korrek­to­rat in diesem Fall kaum sinn­voll, denn oft ist es nicht möglich, eine klare Gren­ze zu ziehen zwischen der Korrek­tur von Fehlern in Gram­ma­tik oder gar Stil auf der einen und Ände­run­gen oder Mängeln der inhalt­li­chen Aussa­ge auf der ande­ren Seite.

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Dr. Dagmar Bruss Lekto­rat Text Übersetzung